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Berlin – die Grüne Stadt der Zukunft?

Berlin – die grüne Stadt der Zukunft?  Städte und urbane Zentren verbrauchen 75 % der weltweiten Energie und sind für 75% der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Was kann Berlin zur Reduzierung der Klimafolgen beitragen?  Welche Auswirkungen hat der Klimawandel für unser Leben in der Stadt? Und welche Rolle spielen Grünschneisen wie in Berlins Nordosten?

Wir laden ein zur Podiumsdiskussion

Freitag, 16.4.2010, 19 Uhr, Haus Berlin der Albert-Schweizer-Stiftung Wohnen und Betreuen, Bahnhofstraße 32, 13129 Berlin-Blankenburg

Es diskutieren

  • Prof. Dr. Martin Jänicke Reviewer des Intergovernmental Panel of Climate Change 2006/7 (IPCC), bis 2007 Leiter der Forschungsstelle Umwelt der FU Berlin, bis 2008 im Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU), Mitglied im Kuratorium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) Thema Folgen des Klimawandels, warum ist Handlungsbedarf nötig?
  • Katrin Lompscher Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Berlin, Mitglied im C40 Steering Committee Thema Vorstellung der Clinton-Initiative „C40 Cities“, was kann Berlin dazu beitragen?
  • Ulf Sieberg Referent für Klimafragen beim BUND Thema Innovative Konzepte und Modelle für klimaverträgliche Metropolen, Beispiele aus dem In- und Ausland
  • Prof. Dr. Andreas Knie Leiter der Projektgruppe „Mobilität“ des Wissenschaftszentrums Berlin (WZB), Bereichsleiter DBrent GmbH, Geschäftsführer des Innovationszemtrums für gesellschaftlichen Wandel (InnoZ), Thema Klimawandel und Mobilität, Folgen für eine Metropole wie Berlin

Es moderiert

  • Daria Czarlinska Psychologin und Politikwissenschaftlerin

Geplanter Ablauf

  • 18.30 Uhr – Einlass
  • 19 bis 21 Uhr – Vier Impulsreferate, danach Fishbowl-Podiumsdiskussion
  • 21 bis 22 Uhr – Zwangloses Reden und Diskutieren mit Imbiss. Parallel dazu werden Filme zum Thema Klimawandel gezeigt.

Weitere Informationen

Die Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Zukunftswerkstatt Heinersdorf und des Runden Tischs Blankenburg.

Anmeldung: ja
Kostenbeteiligung: keine
Anmeldung und Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. (030) 21 98 29 70


„Berlin – die Grüne Stadt der Zukunft?“ war der Titel einer Podiumsveranstaltung am 16. April 2010 im Haus Berlin der Albert-Schweitzer-Stiftung in Blankenburg. Mitglieder des Runden Tisches Blankenburg und der Zukunftswerkstatt Heinersdorf hatten sie gemeinsam organisiert und damit die in Heinersdorf bereits seit anderthalb Jahren etablierte Reihe der Politikstammtische aufgegriffen und konzeptionell erweitert. Vor etwa 100 Zuhörerinnen und Zuhörern, die im Verlauf des Abends auch selbst aktiv werden konnten, diskutierten vier Podiumsgäste über den Klimawandel und über Handlungskonzepte zu dessen Eingrenzung bzw. zum Umgang mit dessen Folgen aus dem besonderen Blickwinkel einer Großstadt.

Zunächst referierte Prof. Dr. Martin Jänicke über die Frage, weshalb hinsichtlich klimatischer Veränderungen überhaupt Handlungsbedarf besteht, und zeigte anhand einiger Zahlen, woraus er sich in Bezug auf eine Metropole wie Berlin ergibt. Anschließend stellte die Berliner Umweltsenatorin Katrin Lompscher die weltweite C40-Initative bedeutender Metropolen („Climate Leadership Group“) vor, in die Berlin vor allem in Bezug auf Nahverkehr / E-Mobilität und Energieeffizienz Kompetenzen einbringt. Ulf Sieberg, Klimareferent beim BUND ging auf die unterschiedlichen Rollen von Städten als Verbraucher und Vorbild, Planer und Regulierer, Versorger und Anbieter sowie als Berater und Promoter in Energiefragen ein und zeigte zahlreiche Beispiele aus anderen Städten auf, wo diese Rollen ausgefüllt werden. Prof. Dr. Andreas Knie von der Projektgruppe „Mobilität“ des Wissenschaftszentrums Berlin ging schließlich auf den Zusammenhang zwischen veränderten Mobilitätsanforderungen und Klimawandel ein und spitzte seine Analyse der unterschiedlichen Verkehrsformen auf die Hauptthese zu, dass der öffentliche Nahverkehr in seiner jetzigen Form nicht zukunftsfähig sei.

Im Anschluss an die Impulsreferate der Podiumsteilnehmer folgte eine so genannte Fishbowl-Diskussion. Dabei konnten interessierte Gäste nach vorne kommen und ihre Fragen vom Podium aus stellen und sich so eine Zeitlang wie im Aquarium fühlen. Das beherrschende Grundmuster der Diskussion bestand zunächst darin, dass einerseits die bereits vorhandenen Anstrengungen des Senats und die weltweite Vorreiterrolle Berlins auf dem Weg zu einer klimaverträglichen Großstadt hervorgehoben wurden (Katrin Lompscher, Martin Jänicke) und andererseits bestehende Defizite in der Berliner Klimapolitik in den Vordergrund geschoben wurden (Ulf Sieberg, Andreas Knie). In die Kritik reihten sich auch die meisten der Mitdiskutanten aus dem Publikum ein – teilweise mit konkreten Beispielen (Straßenbäume am Lietzensee, Ausbau der A100), teilweise mit grundsätzlichen Problemen (Verhältnis zwischen Senat und Bezirken, fehlende finanzielle Mittel), selten jedoch leider mit – wie eigentlich ursprünglich gedacht – mit Fragen ans Podium.

Nachdem Frau Lompscher die Veranstaltung aus Zeitgründen etwas früher verlassen hatte, spitzte sich die Diskussion unter anderem auf die Frage zu, wer zur Eindämmung des Klimawandels bzw. zur Bewältigung von dessen Folgen aktiv werden muss und welche Verantwortung dabei der Einzelne bzw. die Politik als Ganzes trägt. Dabei ging es zum einen um zivilgesellschaftliche Fragestellungen und insbesondere um den Wert bürgerschaftlichen Engagements und wahrgenommener Eigenverantwortung für die Umsetzung klimapolitischer Ziele, letztlich also um den auch in anderen Bereichen viel zitierten „Druck von unten“. Von der Politik sei dort vor allem die Einbindung interessierter Akteure zu erwarten – eine Forderung, die Ulf Sieberg mit heftiger Kritik an der Entstehung des Klimaschutzgesetzes in Berlin verband, der es seiner Meinung nach an Transparenz und Möglichkeiten der Beteiligung von Bürgern und Initiativen mangelte. Aber auch die Frage, welche tatsächliche Wirkung klimabewusstes Handeln (Fahrradfahren, Energiesparen) Einzelner haben kann, wurde auf dem Podium durchaus unterschiedlich beantwortet. Zum anderen war das Verhältnis zwischen Staat und Privatwirtschaft Gegenstand der Debatte. Während Martin Jänicke sich vehement für einen starken und handlungsfähigen Staat aussprach, warnte Andreas Knie mit Verweis auf negative Erfahrungen in der Vergangenheit vor einer Verstaatlichung von Energieunternehmen und ähnlichem.

Videostream und weitere Informationen zur Veranstaltung: http://klima-pankow.de/themen/klimaveranstaltung/

Als der offizielle Diskussionsteil nach ca. zwei interessanten Stunden beendet war, bestand bei einem Imbiss noch die Möglichkeit, das aufgerissene Thema in Einzelgesprächen zu vertiefen, was viele der Zuhörerinnen und Zuhörer, die durchaus nicht nur aus Heinersdorf und Blankenburg kamen, auch intensiv taten. Und sicherlich wird es auch nach dieser Klimaveranstaltung weitergehen – mit dem Thema, aber auch mit gemeinsamen Aktivitäten des Runden Tischs Blankenburg und der Zukunftswerkstatt Heinersdorf.

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