Im Honiggarten an der Tino-Schwierzina-Straße treffen sich Nachbarn

Berliner Woche:

Der Heinersdorfer Honiggarten hat sich inzwischen zu einem Bildungsort für Kinder und zu einem Treffpunkt für Familien entwickelt. Eröffnet wurde er vor einem Jahr vom Bürgerverein Zukunftswerkstatt Heinersdorf. Er befindet sich an der Tino-Schwierzina-Straße gegenüber der Grundschule am Wasserturm. Dass er inzwischen Honiggarten heißt, hat seinen besonderen Grund. Denn in diesem Garten wirtschaftet auch der Imker Markus Lange.

Für den Imker wurde der frühere Schuppen am Bungalow im Garten inzwischen ausgebaut. „Ein Imker hat schließlich das ganze Jahr über zu tun“, so Markus Lange. Er begann vor einem Jahr mit einem Bienenvolk im Honiggarten. Inzwischen hat er drei Völker. Seine „Honig-Küche“ im früheren Schuppen ist professionell ausgestattet. Dort stehen zum Beispiel zwei Honigschleudern und eine Wachsschmelze.

Inzwischen hat der Imker auch schon den diesjährigen Frühlings- und Sommerhonig in Gläser abgefüllt und die ersten Bienenwachskerzen des Jahres gegossen. Damit auch Schüler mehr über die Imkerei erfahren, veranstaltet er für Neun- bis Zwölfjährige sogar Kurse. Ihnen erzählt Lange mehr über das Leben in einem Bienenstock, zeigt ihnen, wie man Honig schleudert oder mit entsprechenden Formen Kerzen aus Bienenwachs herstellt. Aber auch Kita-Gruppen hat er hin und wieder zu Besuch.

Dass es den Honiggarten gibt, ist der Zukunftswerkstatt Heinersdorf zu verdanken. Eines seiner Projekte ist die Umgestaltung des Kastanienwäldchens gegenüber vom Wasserturm zu einem kleinen Park. Einst befanden sich dort auch Kleingärten. Nachdem diese aufgegeben wurden, vermüllte das Gelände. Bürgerverein und Bezirksamt verständigten sich vor vier Jahren darauf, dass die Fläche mit ehrenamtlichem Engagement zu einem kleinen Park umgestaltet wird.

Inzwischen sind neue Bäume und Sträucher gepflanzt und Rasen gesät. Außerdem sind eine Boule-Anlage, Tischtennisplatten und ein Großschachspiel aufgebaut worden. Natürlich wird alles regelmäßig von freiwilligen Helfern gepflegt. Anwohner Henry Herrmann sorgte in den beiden trockenen Sommern zum Beispiel mit regelmäßigem Wässern dafür, dass auf der Fläche nicht allzu viel vertrocknet.

Als Ende 2017 erneut eine Gartenparzelle am Kastanienwäldchen aufgegeben wurde, wandte sich das Straßen- und Grünflächenamt an die Zukunftswerkstatt, ob man diese Parzelle nicht auch übernehmen wolle. Sie liegt genau zwischen zwei Parzellen, die noch bewirtschaftet werden. Deshalb war eine Einbeziehung in das Kastanienwäldchen nicht möglich. Aber dafür entstand die Idee, daraus einen offenen Garten zu machen.

Dank engagierter Familien aus dem Wohngebiet und aus der nahegelegenen Flüchtlingsunterkunft sowie mit Unterstützung der Zukunftswerkstatt und Eltern aus der Grundschule hat sich in den beiden vergangenen Jahren viel getan. Im Garten werden inzwischen Tomaten, Paprika, Kürbisse, Äpfel und vieles mehr geerntet. Es gibt eine Wiese mit Obstbäumen. „Und in diesem Jahr sind von Kita-Kindern und Erstklässlern ein Pflaumen- und ein Apfelbaum gepflanzt worden“, berichtet Anna Paterok, die das Gartenprojekt koordiniert. Ganz neu wurde im Garten sogar eine Komposttoilette aufgebaut.

Wer mehr über den Honiggarten wissen möchte, ist jeden Freitag von 14 bis circa 16.30 Uhr willkommen. Dann sind Ansprechpartner der Zukunftswerkstatt und Nachbarn im Garten, mit denen Besucher ins Gespräch kommen können. Weitere Informationen zum Honiggarten gibt es bei Anna Paterok über den E-Mail-Kontakt Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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