Arm in Arm mit dem Imam

BZ, 29.07.2010

Mahnende Worte des Regierenden, Klaus Wowereit (SPD), gestern beim Besuch der Khadija-Moschee in Heinersdorf. Denn gegen den Neubau des Gotteshauses der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde in der Tiniusstraße gab es heftige Proteste.
Im Rahmen seiner Tour durch Pankow (u.a. Besuch des Modeinstituts Berlin und des Schlosses Schönhausen) kritisierte Wowereit erneut, dass Bürgerinitiativen und die NPD die Menschen lange Zeit gegen die im Oktober 2008 eröffnete Moschee aufgehetzt haben. "Aus dieser völlig unnötigen Konfrontation können wir lernen, Menschen, die anders sind, so zu akzeptieren, wie sie sind", mahnte Wowereit. Und das gelte für alle Bereiche des Lebens. Er freue sich sehr über das inzwischen friedliche Miteinander der Muslim-Gemeinde und der Anwohner. "Ich bin zufrieden, dass die Situation sich inzwischen so entspannt hat", so Wowereit. "Die diffusen Ängste sind in der Luft zerplatzt", sagte Abdul Basit Tariq, Imam der Khadija-Moschee. Zugleich lud er die Berliner ein: "Unsere Gemeinde hält die Hauptpredigt an jedem Freitag auf Deutsch. Alle Deutschen sind herzlich eingeladen, sich das anzuhören." Wowereit rief mit Blick auf die zunehmenden Aktivitäten von rechtspopulistischen Bewegungen erneut zum Kampf gegen den Rechtsextremismus auf. "Die Demokratie muss wehrhaft sein und sich verteidigen", sagte er und forderte: "Wo Rechtstendenzen erkennbar sind, müssen Grenzen gezogen werden!" Deshalb begrüße er auch den angekündigten Ausschluss des islamfeindlichen Abgeordneten René Stadtkewitz aus der CDU-Fraktion. "Es ist Zeit, dass die CDU-Fraktion einen Trennungsstrich zieht", sagte der Regierende Bürgermeister. Stadtkewitz hätte allerdings schon früher ausgeschlossen werden müssen, denn: "Stadtkewitz hat schon vorher seine Geisteshaltung deutlich gemacht", sagte Wowereit mit Blick auf dessen Kampf gegen die Khadija-Moschee.