Zum Wohnungsbauprojekt in der Iduna-/Neukirchstraße haben wir im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung Stellung genommen:

Das geplante generationenübergreifende Wohnprojekt mit Gemeinschaftshaus finden wir sehr gut und zukunftsorientiert. In diesem Zusammenhang sollte jedes das Wohnen störende Gewerbe vermieden werden. Wir befürworten deshalb die in der Hauptzeichnung dargestellte Nutzung als Mischgebiet im östlichen Teil des Plangebietes und ziehen sie den Alternativvarianten (Gewerbegebiet/reines Wohngebiet) eindeutig vor.

Zum Maß der Nutzung möchten wir Einwände erheben. Auf Seite 13 der Begründung wird ausgeführt, dass die auf der Grundlage des städtebaulichen Konzeptes ermittelte Grundflächenzahl ca. 0,28 beträgt und die so ermittelte GFZ 0,76 bzw. 0,78 beträgt. Warum wird also in der Planzeichnung zum Bebauungsplan für die Baugebiete WA 1, WA 2 und WA 3 eine GRZ von 0,4 vorgeschlagen und für die an den Straßen gelegenen WA 1 und WA 3 eine GFZ von 1,2 bzw. 1,0? Im FNP wird eine GFZ von bis zu 0,8 für das Plangebiet ausgewiesen (Begründung Seite 7). Da das städtebauliche Konzept auch innerhalb dieser Werte realisierbar ist, gibt es keine Begründung, die GFZ höher als 0,8 festzusetzen. Ebenso sollte die GRZ 0,3 nicht überschreiten, da es auch hierfür keine Begründung gibt und die erforderliche Versiegelung durch die notwendigen Nebenanlagen ohnehin schon sehr hoch sein wird. Wir fordern, eine GRZ von 0,3 und eine GFZ von 0,8 festzusetzen.

Darüber hinaus regen wir an, die Nutzungsdichte nochmals zu überdenken. Insgesamt sollen 274 Wohnungen entstehen. Für diese Wohnungen stehen nach derzeitiger Planung 194 Stellplätze zur Verfügung. Wo stehen die übrigen PKW? Wurde ein Verkehrsgutachten erstellt? Sind Infrastruktureinrichtungen wie Grundschule, Kitaplätze etc. ausreichend dimensioniert? – Nach unserer Kenntnis sind sowohl die anliegenden Kitas als auch die Heinersdorfer Grundschule derzeit an ihren Kapazitätsgrenzen.

Räumlich ist das Gebiet zum einen durch dreigeschossige Blockrandbebauung (Romain-Rolland-Straße/Neukirchstraße) und Geschosswohnungsbau (Idunastraße), zum anderen durch Einfamilienhäuser (Neukirchstraße) geprägt. Die geplante Neubebauung würde sich städtebaulich wesentlich besser einfügen, wenn die geschlossene, straßenseitige Front ein Geschoss niedriger, also dreigeschossig, wäre. Die geplante Torsituation könnte dann mit vier Geschossen die gleiche räumliche Wirkung erzielen. Unsere Anregung wäre also, die Geschosshöhe an den Straßenseiten um jeweils ein Geschoss und die Nutzungsdichte insgesamt zu reduzieren.

Im alten B-Plan-Konzept war ein öffentlicher Spielplatz vorgesehen. Dieser fehlt im neuen Entwurf. Gleichzeitig wird auf ein Defizit an Spielplatzflächen von 861 m² bzw. 47,5 % hingewiesen (Begründung Seite 11). Wir fordern die Ausweisung eines öffentlichen Spielplatzes in der genannten Größenordnung bzw. einen öffentlich zugänglichen und planungsrechtlich gesicherten Spielplatz, damit nicht abgeschlossene Spielplätze (wie im Blumenwinkel) entstehen.

Die Tramlinie M2 endet unmittelbar am östlichen Rand des Planungsgebietes in geringer Entfernung zum S-Bhf. Heinersdorf. Eine Weiterführung und Anbindung der Linie an den S-Bhf. halten wir für möglich und absolut sinnvoll – nicht nur für die neuen Bewohnerinnen und Bewohner sondern für zahlreiche weitere Menschen, die hier leben. Wir bitten zu prüfen, ob eine Verlängerung der Tram 2 im Zuge des Bauprojektes realisiert werden kann, möglicherweise sogar auf dem geplanten Baugrundstück.

Wir möchten außerdem anregen, das städtebauliche Konzept im Rahmen der regulären Bürgerbeteiligung für die vor Ort ansässigen Bürger auszustellen (z.B. in den Räumen der Zukunftswerkstatt Heinersdorf) und mit einer Erörterungsveranstaltung die Planungen vorzustellen. Die Planzeichnung zum Bebauungsplan ist für die meisten Bürger nicht zu verstehen.

Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen.

Vorstand der Zukunftswerkstatt Heinersdorf