Freundschaft ist wie Heimat – eine literarische Begegnung mit Krysia Sar

Besser als der berühmte Dichter Kurt Tucholsky kann man das, worum es uns heute geht, nicht formulieren.

Vor Kurzem sprachen wir mit der Buchautorin über die „Heimat als Ort der Geborgenheit“ und seine verschiedenen Aspekte. Vor allem über seine immer dringlichere Bedeutung in Zeiten der Globalisierung, der offenen Grenzen und der erneuten Welle der Völkerwanderung. Wir sprachen darüber, woran wir denken, wenn wir nach Heimat gefragt werden. Wir denken dankbar, obgleich manchmal wehmütig, wie wir am Lagerfeuer sangen, Indianerspiele machten oder mit Schlittschuhen dauernd unterwegs waren und wie Mama und Papa versuchten, uns an den Tisch zu kriegen, um Hausaufgaben zu machen. Erste Liebe, erster Kuss, erster Vollrausch. All das verbindet sich in unserem Hirn mit dem Begriff Heimat. Heimweh ist also Zeitweh?

Und immer wieder – ganz besonders mit zunehmendem Alter – tauchen in unseren Erinnerungen Gestalten, die uns überall begleitet haben, mit denen man alles teilen und erzählen konnte. „Freunde“ nennen wir sie. Freunde. Aber wer ist unser Freund? Wieso ist er ein Teil von uns geworden, woher weiß ich, ob er/sie wahre Freunde sind? Wie lautet das weltbekannte Sprichwort?  A friend in need is a friend indeed? Freunde erkennt man in der Not? Prawdziwych przyjaciół poznaje się w biedzie? Die besten Freunde sind die, die es immer wieder schaffen, dir die schlechte Laune zu verderben. Also ist es wieder die uns schon bekannte Sehnsucht nach Zugehörigkeit, die uns nie verlässt? Sehnsucht nach der Heimat?

Krysia Sar liest aus ihren „Wie in frühen Jahren…Menschen, Orte, Zeiten“ und „Kommt das Herz zu kurz?“ | „Za mało serca?” einige Passagen, hauptsächlich „Meine Freundin schreibt mir nicht mehr”, über die Rolle der Freunde in ihrem bewegten Leben und identifiziert sich voll und ganz mit der Ansicht von Marcus Tullius Cicero „Ohne Freundschaft gibt es kein Leben“.

Mittwoch, 4.10.2017, 10 Uhr,  Alte Apotheke, Romain-Rolland-Straße 112, 13089 Berlin

Kostenbeitrag: Spende erbeten
Leitung: Agata Koch